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© 2019 by Markus Tirok Kommunikation

Wenn die Kamera angeht, habe ich spontan einen Bad-Hair-Day!

13 Jun 2018

 

Kaum geht die Kamera an, habe ich einen Bad-Hair-Day“, scherzte  Social-Media-Expertin Kerstin Hoffmann auf der Podcasthelden-Konferenz (Autorin vom „Prinzip kostenlos“). Ich feiere Kerstin noch heute für diesen Ausspruch und gebe ihr voll und ganz recht und das sogar aus Trainersicht. 

Man kann sich also vorstellen, wie viele schlecht sitzende Frisuren ich in meinem Coaching- und Trainingsalltag schon zu sehen bekommen habe, wenn ich meine Klienten unterstütze, auch vor der Kamera professionell zu präsentieren. 

Das Haar-Phänomen - das in Wirklichkeit gar keines ist. Denn objektiv betrachtet, liegt jede Strähne an der richtigen Stelle, am Ende hat sogar eine Maskenbildnerin ihr Bestes getan. Das einzige, was in diesem Moment bei der Kamera-Arbeit verrutscht, ist unsere eigene Aufmerksamkeit. 

Und da wir aus unzähligen Trainings wissen, dass Energie der Aufmerksamkeit folgt, explodiert quasi in Sekundenbruchteil unsere Haarpracht, noch bevor auf der Kamera das Rotlicht angeht.

Mein und Dein Wissen darum, dass eigentlich alles perfekt sitzt und an den Haaren nichts auszusetzen ist, hilft  in diesem Falle keinem weiter. 

 

Der mentale Friseur

 

Deswegen versuche ich mich heute als mentaler Friseur und wir schauen, ob da noch was zu retten ist. 

Beginnen möchte ich mit einer leichten Kopfwäsche und der Frage, was genau passiert denn bei der Gefühlslage „Bad-Hair-Day?“ Häufig kämpfen wir mit einer Haarsträhne, wissen nicht mehr, wohin mit den Händen, unser Stand kommt uns komisch vor, die Garderobe sitzt nicht und die Technik eines freundlichen Lächelns ist auch vergessen. Eigentlich wissen wir gar nichts mehr, wie wir uns präsentieren sollen und der Impuls wegzulaufen oder alternativ im Boden zu versinken, wird deutlich spürbar.

Was war noch unser ursprünglicher Plan? Wir wollten uns fröhlich und bestimmt an unsere Zielgruppe wenden und über unser Thema sprechen. Ein Thema, dass wir in und auswendig beherrschen, dass uns Freude bereitet und über dass es immer etwas wichtiges zu erzählen gibt. 

Doch der Weg zum Erzählen scheint sehr weit entfernt zu sein, wir kämpfen mit den beschriebenen Hindernissen von Haar, Haltung und Hände. 

Hindernisse, die man nicht überwinden kann, kann man vielleicht überspringen? Also fangen wir mit unserer Ansprache an und bemerken, wie sich unsere Gedanken nicht  lenken lassen, sondern sich immer wieder auf die Performance vor der Kamera richten. Uns gelingt es nicht, gedanklich ins Thema einzusteigen und in den Flow zu kommen. Wir fühlen den Bad-Hair-Day körperlich und liefern auch keine sendereife Leistung vor der Kamera ab. So wird das nichts. Cut - Kamera aus - wir lassen das für heute. 

Ich kann es so gut verstehen und würde im persönlichen Training meinen Klienten an dieser Stelle ganz bestimmt nicht nach Hause entlasten. Denn dies ist ein wunderbarer Punkt, sich die Haare zu raufen, die Ärmel hochzukrempeln und an der Lösung zu arbeiten. 

 

Ich behaupte, dass 70% aller „in-die-Kamera-Sprecher“ solche Gefühle schon durchlebt haben. 

 

Ihre Aufmerksamkeit ist verrutscht. Wir fokussieren nicht mehr den Inhalt, wir denken nicht an die Geschichte, die wir erzählen wollen, sondern wir hängen uns an der Form auf. Und dann klappt es auch nicht mehr mit dem Inhalt. Wir ärgern uns meist über uns selbst und rücken noch weiter von unserem Inhalt ab. Ich muss nicht erwähnen, dass es dadurch nicht leichter wird, professionell vor der Kamera zu präsentieren. 

Die Erkenntnis allein bringt uns allerdings nicht unmittelbar zu Lösung, aber vielleicht schon zu mehr Verständnis für uns selbst. 

Mein konkrete Bitte: sei großzügig mit dir und lass dir Zeit. Meine Klienten sind immer ganz verwundert, wenn ich erkläre, dass auch erfahrene TV-Moderatoren selten One-Takes abliefern. Sprich, auch ein professioneller Moderator wird sich mehrere Anläufe vor der Kamera gönnen. Es ist völlig normal, dass ein Take mehrfach aufgezeichnet wird. Das ist beim Fernsehen so und bei einer Video-Aufnahme, z.B. Für YouTube und Co sollte es nicht anders sein. 

Häufig haben meine Klienten Angst davor, die Zeit des Kamerateams zu sehr zu belasten. Das ist eine Fehlannahme. Kein Kamerateam der Welt reagiert genervt darauf, ein Take mehrfach aufzunehmen. Das Gegenteil ist der Fall. Der Kameramann hat die Chance sein Bild bei der zweiten und dritten Aufnahme noch besser einzurichten, gibt es einen Ton-Assistenten wird dieser vielleicht auch über eine Auswahl an Aufnahmen dankbar sein. 

Wenn meine Klienten diese Erkenntnis erst einmal erlangt haben, gehen sie viel entspannter mit dem Thema Mehrfach-Aufnahme um. Eine erste wichtige Hürde ist genommen. 

 

Der neue Glaubenssatz

 

Der neue Glaubenssatz heißt eher: für eine professionelle Aufnahme braucht man unterschiedliche Takes. 

Damit haben wir eine hartnäckige Haarsträhne schon einmal gebändigt. 

Reicht noch nicht für den perfekten Look, bringt uns dem aber näher. 

Woran liegt es noch?

Unsere Aufmerksamkeit richtet sich auf einmal auf alltägliche Abläufe, die wir vielleicht zum ersten Mal hinterfragen. 

Wie steht man richtig, was machen die Hände, wie muss der Kragen sitzen, mit oder ohne Halstuch oder Krawatte. Und so fort. Diese Unsicherheiten vor den einfachsten Dingen, ist unserer Unerfahrenheit geschuldet. Wir können es nicht wissen, weil wir wahrscheinlich viel zu selten oder zu unregelmäßig vor der Kamera agieren.

Damit beantwortet sich auch schon gleich die Frage nach der Lösung: Machen und zwar mit vielen Wiederholungen und gerne in aller Regelmäßigkeit. So bekommen wir die dringend notwendige Routine in die Geschichte. Bleiben wir im Bild: Wenn ich eine wirklich außergewöhnlich gestylte Frisur habe - bei uns Männern ja eigentlich kaum möglich - brauche ich auch Routine, um mich schnell und sicher zu stylen. 

Vor der Kamera ist es wie im echten Friseur-Salon. 

Das zweite Haar in der Suppe haben wir also auch raus gefischt: wir benötigen, um gut zu performen, einfach Routine. Zwar handelt sich das Sprechen vor der Kamera im Kern „nur“ um Sprechen - aber es ist eben ein ganz anderes sprechen, als wir es gewohnt sind. 

Und wenn wir uns nun auch noch mit den Details beschäftigen, wie genau alles vor der Kamera gemacht werden kann, wohin mit den flattrigen Händen, wie genau stehen - dann haben wir drei von vier Punkten schon abgehakt:

Wir kennen die Technik

Wir haben ein entspanntes und wertschätzendes mindset

Und wir haben die Routine und Erfahrung. 

Was fehlt noch?

 

Freude und Spaß.

 

Wenn wir diese beiden Emotionen vor der Kamera zeigen können, macht es nicht nur uns Spaß, sondern auch den Zuschauenden. Sicher ist auch das ein Prozess, auf diese Freude und den Spaß zu jeder Zeit, an jedem Ort zugreifen zu können - aber es funktioniert. Das verspreche ich aus meiner Erfahrung. 

Für mich hat immer das Bild geholfen, ich erwartete Gäste, öffne die Tür und begrüße meine Freunde mit einem strahlenden Lächeln. Minuten zuvor habe ich noch geflucht, die Suppe versalzen, den Rotwein verschüttet und die Pasta zu weich gekocht. Egal - in dem Moment, wo meine Gäste kommen, gibt es ein strahlendes Lächeln. 

Keine Schauspielkunst, sondern fokussierte Freude. 

Es kommt wohl auf einen Versuch an. Das Auslösen der Kamera ist wie das Öffnen der Tür. Und auf einmal ist es auch egal, ob die Haare sitzen oder nicht. 

Das ist das Ende des Bad-Hair-Days und zwar ohne einmal den Föhn oder die Bürste in die Hand zu nehmen. 

Warum ich nicht über die Inhalte geschrieben habe? Weil der Inhalt doch eh da und klar ist. Sonst droht die nächste Haar-Katastrophe. 

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