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Tipps für Podcast-Interviews – Gib als Expert:in bessere Antworten in 2025

Podcast Analytics

Deine Podcast-Analytics kennen deinen Podcast besser als du

Dieses Glossar sortiert die wichtigsten Begriffe aus den Podcast-Analytics von Spotify, Apple Podcasts und deinem Hoster. Zu jedem Begriff findest du eine Definition und den Rückschluss: Was liest du aus der Zahl für deinen Podcast ab?

Öffne am besten deine eigenen Analytics in einem zweiten Fenster und schlage jeden Begriff nach, den du nicht sicher einordnen kannst. Eine einzelne Zahl erzählt keine Geschichte. Erst im Zusammenspiel mit anderen Zahlen zeigt sie dir, wo dein Podcast steht.

Dazu passt meine Podcast-Folge 174 der Interviewhleden vom 23.10.2026.
Darin erkläre ich die wichtigsten Kennzahlen an Beispielen und nenne Vergleichswerte zu Downloads.

Verbinde deinen Podcast mit Spotfy und erhalte die besten Podcast-Analytics, auch wenn dein Podcast bei einem anderen Hoster liegt

Die Zahlen findest du im Spotify-Creator-Konto unter „Analytics“.

Du bekommst sie für jeden Zeitraum und für jede einzelne Folge, auch wenn du deinen Podcast woanders hostest.
Wie du ein Creator-Konto bei Spotify anlegst und wie du deinen Podcast verbindest, zeige ich in diesem Video.

Markus Tirok Portrait

Von Markus Tirok

Ich bin Moderator, Medientrainer und Podcaster.
Ich helfe Einzelpersonen und Unternehmen dabei, vor Mikrofonen, Kameras oder auf Bühnen souverän zu überzeugen. Ob Podcastinterview, Fernsehauftritt oder die eigene Podcastproduktion – ich helfe, Geschichten klar und authentisch zu erzählen.

Kurz gesagt: Ich mache Medien für Menschen – und Menschen fit für Medien.

Hör mal in meinen Podcast Interviewhelden rein!

24. Januar 2024

 

 

Übersicht

Begriff Was die Zahl bedeutet So liest du sie
Wiedergaben Jeder Start, bei dem jemand mindestens 30 Sekunden zugehört hat. Zeigt die Nachfrage insgesamt. Der Vergleich mit den vorherigen 30 Tagen verrät dir die Richtung. Wie gut zugehört wurde, sagt die Zahl nicht.
Streams Jeder Start mit mindestens 60 Sekunden Hörzeit. Das ist der Wert, der einem Download bei anderen Plattformen am nächsten kommt. Mit dieser Zahl vergleichst du Spotify mit anderen Plattformen. Liegen die Wiedergaben deutlich über den Streams, springen viele Hörer:innen in der ersten Minute ab. Prüfe in diesem Fall deinen Einstieg und ob der Titel hält, was er verspricht.
Hörer:innen Einzelne Personen, die im gewählten Zeitraum mindestens eine Folge gestartet haben, egal wie oft. Das ist deine Reichweite. Teilst du die Wiedergaben durch die Hörer:innen, weißt du, wie viele Folgen eine Person im Schnitt hört.
Trends Vergleicht die ersten sieben Tage neuer Folgen mit dem Bereich, der für deine Show üblich ist. Liegt eine Folge deutlich darüber, lohnt der Blick auf Thema, Titel oder Gast. Liegt sie darunter, stellst du dieselben Fragen andersherum.

Publikum

Begriff Was die Zahl bedeutet So liest du sie
Wiederkehrendes Publikum Personen, die in den letzten zwölf Monaten mindestens eine Folge gehört haben und im gewählten Zeitraum wieder einschalten. Zeigt deinen Stamm. Ein hoher Anteil heißt: Deine Basis steht. Ein niedriger Anteil heißt: Deine Reichweite hängt am ständigen Zulauf.
Neues Publikum Personen, die im Jahr davor keine Folge deiner Show gespielt haben. Zeigt, ob du wächst. Stellst du neues und wiederkehrendes Publikum nebeneinander, siehst du, ob die Show Menschen gewinnt, hält oder beides schafft.
Verlauf über die Zeit Die Zahlen Tag für Tag, als Kurve. Hohe Spitzen an einzelnen Tagen gehören zu Veröffentlichungen, Aktionen oder Verlinkungen von außen: Dein Publikum hört ereignisgetrieben. Eine ruhige Kurve zeigt eine feste Hörgewohnheit.

Entdeckung

Begriff Was die Zahl bedeutet So liest du sie
Impressionen Wie oft Spotify deine Show oder Folge jemandem angezeigt hat, etwa in Empfehlungen, in der Suche oder in der Bibliothek. Ob die Person darauf klickt, spielt keine Rolle. Spotify steuert diese Zahl überwiegend selbst über den Algorithmus. Steigt sie, hat Spotify dich häufiger gezeigt. Mehr Nachfrage folgt daraus nicht automatisch. Warte bei neuen Folgen etwa eine Woche, bevor du die Zahl bewertest.
Conversion-Rate Der Anteil der Impressionen, aus dem eine Wiedergabe wurde. Zeigt, ob Cover, Titel und Beschreibung zum Klicken einladen. Spotify nennt keine Richtwerte. Eine Drittquelle spricht von rund 5 %. Wie die Zahl entstanden ist, lässt sich nicht nachprüfen. Baue dir deshalb eigene Vergleichswerte über mehrere Wochen auf.
Completion-Rate (Folge) Der Anteil des Publikums, der in den ersten sieben Tagen nach Veröffentlichung mindestens 95 % der Folge gehört hat. Zeigt, wie gut Inhalt und Länge zu deiner Zielgruppe passen. Lange Folgen schneiden naturgemäß schlechter ab. Vergleiche deshalb nur Folgen ähnlicher Länge.
Durchschnittliche Completion-Rate Der Mittelwert der Completion-Rate über deine letzten Folgen, für die sieben Tage Daten vorliegen. Das ist dein persönlicher Referenzwert. Miss einzelne Folgen daran.

Impressionen und Conversion-Rate gehören zusammen. Einzeln gelesen führen beide Zahlen in die Irre. Die Kombination zeigt dir, wo es hakt:

Impressionen Conversion-Rate Was dahinterstecken kann
Hoch Niedrig Spotify zeigt dich der falschen Zielgruppe, oder deine Verpackung aus Titel und Cover überzeugt nicht.
Niedrig Hoch Dein Inhalt passt zu denen, die ihn sehen. Spotify spielt ihn nur zu selten aus.
Hoch Hoch Ausspielung und Verpackung arbeiten zusammen.
Niedrig Niedrig Es fehlt an Sichtbarkeit und an Anziehungskraft.

Engagement

Begriff Was die Zahl bedeutet So liest du sie
Wiedergabezeit Die gesamte Hörzeit aller Hörer:innen im gewählten Zeitraum. Zeigt, wie viel Aufmerksamkeit deine Show bekommt. Die Zahl wächst mit Reichweite und Folgenlänge.
Durchschnittliche Wiedergabezeit Wie lange eine Wiedergabe im Schnitt dauert. Setze sie ins Verhältnis zur Folgenlänge. 15 Minuten bei einer 20-Minuten-Folge sind ein anderes Signal als 15 Minuten bei einer Stunde.
Follower Die Menschen, die deiner Show im gewählten Zeitraum neu gefolgt sind. Wer folgt, will mehr. Folgen mit auffällig vielen neuen Followern treffen ein Thema, das bindet.
Hörer:innen-Bindung Der Anteil des Publikums, der jede Woche wiederkommt, im Vergleich zur Vorwoche. Zeigt, ob sich eine Gewohnheit bildet. Sackt der Wert nach einer bestimmten Folge ab, passte dort Thema oder Format nicht zu deinem Publikum.
Kommentare Die Zahl der Kommentare im gewählten Zeitraum. Zeigt aktive Reaktionen. Bei Podcasts sind das meist wenige. Als Qualitätsurteil taugt die Zahl allein deshalb nicht.

Einzelne Folge

Klicke in Spotify links im Menü auf „Folgen“ und wähle eine Episode. Dort siehst du Wiedergaben und Hörer:innen für diese eine Folge und weiter unten die Werte zum Durchhören.

Begriff Was die Zahl bedeutet So liest du sie
Completion-Quartile Der Anteil des Publikums, der in den ersten sieben Tagen mindestens ein Viertel, die Hälfte beziehungsweise drei Viertel der Folge gehört hat. Zeigt, in welchem Abschnitt du die meisten Hörer:innen verlierst. Bricht bereits das erste Viertel ein, stimmt der Einstieg nicht. Fällt die Kurve zwischen 75 % und 95 %, verlierst du Hörer:innen im Schlussteil oder im Outro.
Retention Eine Kurve, die an jeder Stelle der Folge zeigt, wie viele Hörer:innen noch dabei sind. Der Start entspricht 100 %. Ein gleichmäßiges Abflachen ist normal, denn Menschen steigen aus. Ein steiler Absturz an einer Stelle verdient deinen Blick: War dort Werbung, ein Themenwechsel, ein Schnittfehler oder minutenlanges Rauschen? Retention und Completion gehören eng zusammen: Die Retention zeigt den Weg, die Completion das Ziel.
Mediane Wiedergabezeit Der Zeitpunkt, an dem noch die Hälfte derer zuhört, die gestartet haben. Zeigt, wie weit deine Folge realistisch trägt. Was danach kommt, erreicht weniger als die Hälfte. Setze Wichtiges davor.

Apple Podcasts

Deine Zahlen von Apple findest du in „Apple Podcasts for Creators“. Das ist das Portal, in dem du deinen Podcast am Anfang angemeldet hast. Es zeigt nur Apple-Hörer:innen.

Begriff Was die Zahl bedeutet So liest du sie
Retention-Diagramm Zeigt für eine einzelne Folge, wie viele Hörer:innen zu welchem Zeitpunkt noch zuhören. Suche nach starken Einbrüchen. Dort liegt eine Passage, die du dir genauer ansehen solltest.
Listen-Through-Rate Der Anteil der Hörer:innen, der eine Folge bis zum Ende hört. Entspricht in etwa der Completion-Rate bei Spotify. So kannst du beide Plattformen nebeneinanderlegen.
Consumption Der Anteil einer Folge, der im Durchschnitt gehört wird, in Prozent. Zeigt dir, wie weit Hörer:innen im Schnitt kommen. Spotify weist diesen Wert nicht als Prozentzahl aus. Dort errechnest du ihn aus durchschnittlicher Wiedergabezeit und Folgenlänge.
Übersicht aller Episoden Nutzung und Wiedergaben für jede Folge im Vergleich. Zeigt, welche Themen auf Interesse stoßen. Folgen mit hoher Nutzung weisen auf Themen mit Nachfrage hin.

Dein Hoster

Der Hoster ist der Anbieter, bei dem deine Folgen gespeichert sind und der sie an die Plattformen verteilt, zum Beispiel Podigee, Let’s Cast oder Podcaster.de. Je nach Tarif zeigt er dir nur Zahlen der letzten Monate.

Begriff Was die Zahl bedeutet So liest du sie
Downloads Die Abrufe deiner Audiodatei, die dein Hoster zählt. Sie gelten als gängigste Vergleichszahl zwischen Podcasts, etwa wenn es um Werbung geht. Sie zeigt, wie viele Abrufe dein Podcast erzielt. Vergleiche dich mit dem Median und nicht mit dem Durchschnitt (siehe nächste Zeile).
Median und Durchschnitt Der Durchschnitt teilt die Summe durch die Anzahl der Podcasts. Der Median ist der Wert in der Mitte, wenn du alle Podcasts der Größe nach sortierst. Wenige Podcasts mit riesigen Zahlen ziehen den Durchschnitt stark nach oben, der Median bleibt stabil. Er beschreibt deshalb besser, wo ein typischer Podcast steht. Nach Podigee-Daten, die Marcel Goretzki im Podcast vorgestellt hat, lag der Median bei Beratungs-Podcasts bei 150 Downloads und bei Coaching-Podcasts bei 126, jeweils für den ganzen Podcast in 30 Tagen. Das ist eine Datenbank-Auswertung und keine wissenschaftliche Studie.

Aus mehreren Zahlen deiner Podcast-Analytics zusammen entstehen Hypothesen. Prüfe sie, bevor du etwas änderst:

Beobachtung Mögliche Ursache Das kannst du testen
Große Lücke zwischen Wiedergaben (30 Sekunden) und Streams (60 Sekunden) Schwacher Einstieg oder ein Titel, der etwas anderes verspricht als die Folge liefert Intro kürzen und das Titelversprechen prüfen
Starker Abfall im ersten Viertel Der Einstieg ist zu lang oder unklar Die Kernaussage nach vorn ziehen
Steiler Abfall an einer festen Stelle Werbeblock, Themenwechsel, Schnittfehler oder eine zu lange Passage Die Stelle anhören und gezielt ändern
Mediane Wiedergabezeit liegt deutlich unter der Folgenlänge Die Folge ist für dein Publikum zu lang Länge anpassen oder die Struktur straffen
Hohe Impressionen, niedrige Conversion-Rate Falsche Zielgruppe oder schwache Verpackung Titel, Cover, Beschreibung und Kategorie testen
Spitzen an einzelnen Tagen, sonst eine flache Kurve Das Publikum hört ereignisgetrieben Promotion und Veröffentlichungsrhythmus prüfen
Viel neues, wenig wiederkehrendes Publikum Du gewinnst Menschen, hältst sie aber nicht Inhaltliche Kontinuität und Serienlogik prüfen
Viel wiederkehrendes, wenig neues Publikum Die Bindung stimmt, das Wachstum stockt Auffindbarkeit und externe Reichweite prüfen
Folgen mit überdurchschnittlichen Trends oder vielen neuen Followern Thema, Gast oder Format trifft einen Nerv Dieses Thema oder Format öfter bedienen

Erfolgreich als Gast: 7 unverzichtbare Tipps für Podcast-Interviews

Wer sorgt eigentlich dafür, dass ein Interview richtig gut wird?

Die Fragesteller:in, weil die spannendsten Themen angesprochen und die tollsten Fragen gestellt werden?
Oder der Gast mit den spannenden und super erzählten Geschichten?
Es sind natürlich immer beide, die dafür sorgen, dass es zu einem Interviewflow kommt und wir an den Lippen hängen.

In meinem vergangenen Blogartikel gab es sieben plus Tipps für alle Fragesteller:innen und Hosts, um die Episoden in 2024 noch besser zu machen.

Markus Tirok arbeitet an seinem Blogbeitrag Tipps für Podcast-Interviews


In diesem Blogartikel wechsle ich die Seite und wende mich explizit an die Interviewgäste.
Liebe Expert:innen – ich möchte heute sieben essenzielle Tipps mit euch teilen, die eure Interview-Performance auf das nächste Level heben.
Lasst uns ohne Umschweife in die Welt der optimalen Interview-Techniken eintauchen

1. Fasse dich kürzer

Oft neigen wir dazu, unsere Antworten zu wiederholen, vielleicht aus der Sorge heraus, nicht verstanden zu werden.
Doch diese Wiederholungen führen meist nicht zu mehr Klarheit.
Sie verwässern die eigentliche Antwort eher und ziehen ein Interview unnötig in die Länge.
Mitunter wirken sie wie Sprechdenken.

Stattdessen solltest du versuchen, deine Antworten häufiger kurz und prägnant zu halten.
Eine präzise, wohlüberlegte Antwort kann oft viel wirkungsvoller sein als ausufernde Erklärungen.
Dies fördert die Dynamik des Gesprächs und lädt auch zu interessanten Nachfragen ein und hält die Zuhörer:innen bei der Stange.

Eine plötzlich überraschende Antwort kann ein sehr schöne dramaturgisches Mittel sein.
Im übrigen zwingt uns der selbst auferlegte Fokus zu Präzision.

2. Überlege dir Anekdoten und Beispiele VOR dem Interview

Der Klassiker: du vermittelst einen wirklich guten und komplexen Gedanken im Interview und suchst nach einem Bild, einer Geschichte oder einem Beispiel.

Natürlich fallen uns genau in diesem Moment keine passenden Geschichten ein.

Doch ein gutes Beispiel oder eine passende Anekdote kann einen komplexen Sachverhalt greifbar machen und ist ein mächtiges Werkzeug, um die Zuhörerschaft zu fesseln.
Dabei ist es wichtig, dass die Geschichten authentisch und relevant sind.

Bereite Dich darauf vor, indem du vor dem Interview Beispiele sammelst, die deine Punkte untermauern.
Du weißt vorher noch nicht, was du sagen wirst?
Ich denke schon – deine Kernaussagen, deine Keymessages werden sich ja nicht ändern. du wirst sie immer wieder anführen. Daher lohnt es sich wirklich, für die grundsätzlich en Botschaften gute Beispiele, Vergleiche und Anekdoten parat zu haben.

Wenn du das Gefühl hast, immer wieder dieselben Geschichten zu erzählen, denke daran: Für viele in deiner Zielgruppe sind sie neu und aufschlussreich.

3. Wer bist du, was machst du und wie bist du dazu gekommen?

Die Aufforderung zur Selbstvorstellung ist ein Standard in vielen Podcasts, selbst all meine Anstrengungen konnten diesen doofen Einstief bisher nicht verhindern.

Ich gebe aber nicht auf.

Wir sollten uns also auf das Schlimmste gefasst machen.
Die Frage wird kommen.
Irgendwann trifft sie uns alle.

Dann können wir entweder genau so loosen, wie 80% aller Expert:innen oder wir sind gewappnet:
Anstatt eine „ausführliche Biografie des Grauens“ zu liefern, fokussiere Dich auf das Wesentliche: Wer bist du und was macht Dich besonders?

„Wer bist du, was machst du und wie bist du dazu gekommen?“

Das ist in 99% der Interviews der Anfang des Ende.

Wenn du mehr zu diesem wichtigen Thema erfahren möchtest – hier einige Hörtipps aus meinem Podcast:

„5 Wege deinen Gast vorzustellen“ Podcast vom 8.09.2021
„Anmoderation und Vorstellung des Gastes im Interview“ Podcast vom 1.6.2020
„Die Exitphase oder die Todesszone im Interview“ vom Podcast von 5.01.2020

Interviewhelden-Podcast auf Spotify

Interviewhelden-Podcast auf Apple Podcast


Eine effektive Selbstvorstellung soll drei Kriterien erfüllen:
Erstens sie soll kurz sein.
Zweitens sollte sie kurz sein.
Und bitte vergiss den dritten Aspekt nicht. Kurz – die Selbstvorstellung sollte kurz sein.

Stellen wir uns doch die Frage, was die Zuhörenden zu Beginn benötigen?
Eine klare Einordnung, wer da zu einem spricht und um was es geht. Fertig.

Ich liebe die Vorstellung von Jo Semola. Er ist Influenzer, ist mit Instagram bekannt geworden, als er anfing Brot zu backen.
Wie stellt sich dieser clevere junge Mann vor? „Hi ich bin Jo. Ich backe Brot!“

Was für eine wunderbare und wenig selbstverliebte Vorstellung.
Dazu sympathisch und humorvoll.
Ach ja – und kurz.
Das können wir auch.
„Hi ich bin Markus. Ich helfe bei guten Fragen und guten Antworten. Meistens für Interviews“
Voilá – das ist ein ungewöhnlicher Start und sofort sind wir im Gespräch.

Denk mal drüber nach.
Aber nur kurz.

Markus Tirok im Interview mit einem iXm Podcaster Mikrofon von Yellowtec

4. Sprich natürlich

Echtheit ist im Interview unglaublich wichtig.

Wenn du versuchst, zu formell oder zu akademisch zu klingen, verlierst du an Authentizität. Die Zuhörer:innen merken schnell, wenn du nicht natürlich sprichst.
Dann passieren zwei Dinge.
Man wird dir nicht mehr zuhören, denn meine Gedanken schweifen wie von selbst ab. Was läuft gerade noch neu bei Netflix? Oh…

Oder ich beginne deine Expertise in Frage zu stellen.

Wenn jemand auf „schlau“ macht, stimmt etwas nicht.
Vielleicht hat da jemand etwas zu verbergen. Ich werde skeptisch und bin raus.

Du wirst deine wertvollen Botschaften nicht mehr platzieren können. Der Versuch mich zu begeistern wird immer schwieriger.

Wann passiert uns das denn, dass wir uns unnatürlich anhören?
Besteht diese Gefahr nur für Anfänger und nicht so sehr für Expertinnen?
Ganz im Gegenteil.
Die Gefahr, als erfahrener Gast Inhalte abzuspulen ist immens.

Wenn dich deine eigenen Antworten im Interview beginnen zu langweilen, ist es schon zu spät. Das geschieht recht schnell, weil wir immer wieder die gleichen Botschaften senden.
Also Obacht – hier nicht in die Flugbegleiter:innen-Falle tappen.
Frag dich mal, warum wir im Flieger selten den Sicherheitsanweisungen folgen? Weil sie in einer Art und Weise runtergesungen werden, die uns kaum gestattet zuzuhören.

Erhalte dir also deine Persönlichkeit, deine Natürlichkeit auch wenn du zum 30 Mal die Geschichte von dem Seemann und der Insel als gutes Beispiel für deine Botschaft erzählst.
Es war einmal ein alter Seebär…

5. Bitte überrasche dein Publikum und deinen Host

Es lohnt sich, im Interview für unerwartete Momente zu sorgen.
Diese sind so rar gesät, dass jede Überraschung für einen besonderen Moment sorgt.

Wir können ehrlich sein: Interviews sind schon sehr vorhersehbar.
Da stellt jemand eine Frage, die direkt brav beantwortet wird.
Hin und her.

Mit dieser Erwartung dürfen wir brechen.
Dann beginnt das Interview Spaß zu machen.
Uns allen drei.
Dir als Expert:in, deinem Host und mir als dein Zuhörer.

Da traut sich jemand was.
Du widersprichst der Frage.
Du antwortest ganz kurz.
Du regst dich auf.
Du stellst eine Gegenfrage.
Wow – wie geht das jetzt aus? Die Frage stelle ich mir als Zuhörer.
Dann hast du alles richtig gemacht.

Solche Momente schaffen Aufmerksamkeit und machen das Interview lebendiger und einprägsamer.
du musst nicht provozieren (darfst es aber), sei nicht scheu, kreativ und ein wenig unkonventionell zu sein.

6. Notiere und überprüfe deine Botschaften

Vor jedem Interview solltest du Dir klarmachen: Was ist die Kernbotschaft, die du vermitteln willst?
Was sollen die Zuhörenden nach dem Interview wissen, was sie vorher nicht wussten?
Wa sollen sie können, was sollen sie machen, an das sie zuvor nicht gedacht haben?
Wie kannst du die Welt ein bisschen verändern?
Welchen Gedanken kannst du säen?

Überlege Dir vorab drei Schlüsselaussagen, die du unbedingt unterbringen willst, und suche dann gezielt nach Gelegenheiten im Gespräch, diese einzuflechten.
Diese Botschaften sollten relevant und wertvoll für Dein Publikum sein, damit sie resonieren und in Erinnerung bleiben.
Zieh es durch.

Platziere deine Botschaft.
Vielleicht hast du sogar einen Call-To-Action.
Benenne ihn!


Nach dem Interview gleiche ab, ob es dir gelungen ist, deine Botschaften zu platzieren. Ist es dir nicht gelungen, ergründe unbedingt woran es liegt.
Denn du sollst schließlich dein persönliches Interviewziel auch erreichen.

7. Überrasche deine Zuhörenden mit etwas ganz Persönlichem

Persönlich nicht über dich, sondern über die Zielgruppe oder über den Host.
Zeige, dass du Dich vorbereitet hast, indem du auf spezifische Details oder Ereignisse eingehst, die nur jemand kennen würde, der sich wirklich mit der Materie oder der Person auseinandergesetzt hat. Wenn du vor einer spezifischen Zielgruppe sprichst, adressiere Probleme oder Themen, die für sie von Bedeutung sind. Dies zeigt, dass du deine Hausaufgaben gemacht hast und schafft eine tiefere Verbindung zum Publikum. Meistens sogar einen überraschenden Moment.

Zusammenfassung der 7 Tipps für Podcast-Interviews:

  1. Sei präzise und vermeide unnötige Wiederholungen in deinen Antworten.
  2. Verwende aussagekräftige Anekdoten und Beispiele, um deine Punkte zu untermauern.
  3. Gestalte deine Selbstvorstellung kurz, interessant und relevant.
  4. Bewahre Natürlichkeit und Authentizität in deiner Sprechweise.
  5. Überrasche Dein Publikum durch kreative und unerwartete Elemente im Interview.
  6. Konzentriere Dich darauf, deine zentralen Botschaften klar und deutlich zu platzieren.
  7. Baue eine bewusste Verbindung zum Host und zur Zielgruppe auf, indem du zeigst, dass du Dich mit ihnen beschäftigt hast.
Markus Tirok mit analogem Notizbuch

Zum Schluss noch die Ankündigung zu meinem ersten Onlinekurs, der gerade im Januar 2024 fertig geworden ist:

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