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Schluss mit Audio-only – so wird dein Podcast zum Videopodcast

Markus Tirok Portrait

Von Markus Tirok

Ich bin Moderator, Medientrainer und Podcaster.
Ich helfe Einzelpersonen und Unternehmen dabei, vor Mikrofonen, Kameras oder auf Bühnen souverän zu überzeugen. Ob Podcastinterview, Fernsehauftritt oder die eigene Podcastproduktion – ich helfe, Geschichten klar und authentisch zu erzählen.

Kurz gesagt: Ich mache Medien für Menschen – und Menschen fit für Medien.

Hör mal in meinen Podcast Interviewhelden rein!

10. April 2026

Schluss mit Audio-only – so wird dein Podcast zum Videopodcast

oder
Warum dich Eitelkeit Reichweite kostet

Du würdest eine Einladung zu einer Konferenz mit deiner Traumzielgruppe absagen, weil du keine Lust hast, die Jogginghose auszuziehen?

Natürlich nicht.

Genau das passiert aber gerade immer wieder, wenn es ums Thema Videopodcast geht.

Die Konferenz, zu der du niemals Nein sagen würdest

Stell dir vor, du bekommst folgende Einladung: Du darfst sprechen – vor genau den Menschen, für die du seit Jahren arbeitest. Thema frei. Redezeit unbegrenzt. Du kannst dich vorstellen, deine Expertise zeigen, Kontakte knüpfen. Alle sind da. Alle hören zu.

Und du sagst ab. Weil du keine Lust hast, die Jogginghose auszuziehen, dir die Haare zu machen oder dir feste Schuhe anzuziehen.

Klingt absurd, oder?

Aber genau das ist der erste Grund, der genannt wird, wenn wir über Video-Podcast sprechen. „Ich möchte auch an einem bad-hair-day meinen Podcast machen. Das geht mit Video nicht mehr“

Die Plattformen sind da. Die Zuhörenden sind da. Der Algorithmus wartet. Und wir sagen ab.

Aber wenn wir ehrlich sind, wissen wir beide: Das ist keine inhaltliche oder strategische Entscheidung. Das ist Bequemlichkeit. Und die kostet im Business Sichtbarkeit.

Was wirklich dahintersteckt

Wenn ich mit Podcasterinnen und Podcastern rede, die mit dem Videopodcast hadern, tauchen hinter dem Bad-Hair-Day fast immer dieselben drei Dinge auf.

Das Gefühl vor der Kamera. Es stimmt: Audio verzeiht mehr als Video. Aber wir leben seit fünf, sechs Jahren in einer Zoom-Welt. Wir sitzen täglich allein in unserem Zimmer und reden in ein kleines Objektiv – das ist längst Alltag. Was fehlt, ist meistens nicht die Fähigkeit, sondern die Routine Video auch beim Podcast zu nutzen. Und die kommt erst, wenn man anfängt. Nicht vorher.

Das technische Setup. Das ist der ehrlichste Einwand von allen. Welche Kamera? Welches Licht? Reicht mein Mikrofon? Was ist mit dem Fenster? Das sind echte Fragen – und sie brauchen konkrete, umsetzbare Antworten. Das Gefühl der Überforderung entsteht meist, weil man das Gesamtpaket auf einmal im Kopf hat. Wenn man es auseinandernimmt, Schritt für Schritt, sieht das ganz anders aus.

Der Schnitt. Videoschnitt klingt nach Vollzeitjob. Und für echte YouTube-Videos mit tausend Cuts stimmt das auch. Aber darum geht es beim Videopodcast gar nicht. Der Workflow ist schlanker als gedacht – besonders wenn man beim Dreh ein paar Dinge beachtet, die den Schnitt danach deutlich schneller machen.


Checkliste für dein Videopodcast

Wo fängst du am besten an?

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Du wirst kein YouTuber – du bleibst Podcaster mit einem Videopodcast

Das ist vielleicht das größte Missverständnis in dieser ganzen Diskussion.

Auf LinkedIn habe ich neulich genau dazu gepostet – und die Reaktionen waren, gelinde gesagt, lebhaft. Viele sagten: „Markus, wenn ich Video machen wollte, wäre ich doch YouTuberin geworden.“

Ich glaube, da steckt ein echtes Denkfehler drin.

Was sich beim Wechsel von Audio zu Video wirklich ändert: Du nimmst vor einer Kamera auf statt nur vor einem Mikrofon. Du achtest auf Licht und Framing. Du hast ein Video-Intro. Und du veröffentlichst auf YouTube zusätzlich zu Spotify und bald Apple.

Das ist es. Dein Podcast bleibt dein Podcast – er bekommt nur ein Bild dazu.

Kein aufwendiger Schnitt. Keine Kanalstrategie. Keine neue Identität. Und der neue Workflow wird dir nach einer kurzen Eingewöhnungszeit genauso normal vorkommen, wie dein bisheriger Audio-Workflow – weil du einmal einrichtest und dann einfach wiederholst.

Was du dafür bekommst

Und jetzt kommt der schöne Teil.

Sichtbarkeit, die du mit Audio allein nicht bekommst. YouTube ist die zweitgrößte Suchmaschine der Welt. Laut einer deutschen Podcaststudie von 2025 nutzen knapp 70 Prozent der Befragten Videopodcasts – regelmäßig, manchmal oder sehr häufig. Und YouTube ist die mit Abstand beliebteste Plattform dafür. Das sind Menschen, die dich über Podcast-Apps niemals gefunden hätten.

Social-Media-Content, der fast von selbst entsteht. Aus einem Videopodcast lassen sich mit KI-Tools in wenigen Minuten kurze Clips für Instagram, LinkedIn oder TikTok schneiden. Kein Mensch schaut sich heute noch ein Audiogramm mit wackelnder Tonspur an. Ein echter Clip mit einem starken Moment aus deinem Videopodcast schon.

Eine stärkere Verbindung zu deiner Zielgruppe. Du nimmst Gestalt an. Deine Mimik, deine Geste, der kurze Moment, in dem du nachdenkst – das macht dich greifbarer und näher. Wer dich sieht, vertraut dir schneller. Und wer dir vertraut, kauft auch eher.

Ein Startvorteil, solange er noch da ist. Der deutschsprachige Videopodcast-Markt ist noch nicht überlaufen. Wer jetzt anfängt, surft auf der ersten Welle – mit mehr Algorithmus-Unterstützung und weniger Konkurrenz. Das wird sich ändern, aber noch ist das Feld offen.

Fazit: Die Haare sind nicht das Problem

Der Bad-Hair-Day ist nicht der wahre Grund.

Der wahre Grund ist meistens, dass man nicht genau weiß, wie man anfangen soll. Das ist verständlich – und lösbar.

Wenn du weißt, welche Technik du brauchst, wie dein Workflow aussieht und was beim Dreh wirklich wichtig ist, dann ist der Einstieg kein großer Sprung. Es ist ein nächster Schritt.

Die Checkliste hilft dir, diesen Schritt zu machen – und wenn du danach Lust hast, den Weg gemeinsam zu gehen, begleite ich dich dabei.

Am 7. Mai 2026 startet der Umsetzungs-Sprint „Podcast-to-show“.

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3 Kommentare

  1. Hey, Markus! Spannender Beitrag. Und ich bin bei Dir: Das Bad-Hair-Day-Argument zieht nicht.

    Wenn ich das Thema jedoch aus (meiner persönlichen) Nutzerperspektive betrachte, dann bringt Video beim Podcast (für mich) keinerlei Vorteile. Weil ich Podcasts zum Beispiel beim Autofahren oder bei der Hausarbeit höre und dann ohnehin nirgends hinschauen kann/will. (Deswegen sind mir zum Beispiel auch Videos in Spotify egal.)

    Was das Thema Sichtbarkeit anbelangt: Nur weiß 70 % der Befragten sagen, sie würden Videopodcast „hören“, bedeutet das nicht automatisch einen Vorteil. Die spannenderen Fragen wäre ja: a) Hören sie ausschließlich Videopodcasts und niemals Audio-only-Podcasts und b) sind das auch die Menschen, die ich erreichen will.

    Wirklich relevant wäre es also nur, wenn sowohl a) als auch b) zutrifft. (Ich weiß aber nicht, ob die von Dir erwähnte Studie etwas darüber aussagt.)

    Hinzu kommt aber auch noch: Je größer die Zielgruppe, desto schwieriger wird es mit der eigenen Positionierung. Du musst jedem gefallen und darfst bei niemandem anecken. Die wichtigere Frage wäre also: Wie groß bzw. klein muss Deine Hörerschaft sein, damit sich der Podcast (finanziell) rechnet. 1.000 exakt „passende“ Hörer bringen dann viel mehr als 1.000.000 Hörer, die viel zu heterogen sind, um noch als echte Zielgruppe durchzugehen. (Seth Godin nennt das Prinzip auch den „Smallest viable Market“.)

    Ich glaube weiter auch nicht, dass es zwangsläufig wichtig ist, immer auf der „ersten Welle“ mitzureiten. Auch wenn ich die Firma nicht mag: Der iMac war nicht der erste PC, der iPod nicht der erste MP3-Player, iTunes nicht der erste digitale Musik-Store und das iPhone nicht das erste Mobiltelefon.

    Der/die Erste in einem Markt zu sein, bedeutet nicht zwangsläufig, sich einen (langfristigen) Vorteil zu sichern. Viel wichtiger ist es, der/die Erste zu sein, der neuen, noch nie dagewesenen Wert für Kunden und Nutzer zu stiften.

    Wenn man jetzt einfach die erste Welle, weil der Markt noch offen ist, bedeutet das erstmal gar nichts.

    Liebe Grüße aus Münster!
    Lars

    Antworten
    • Dankesehr für diese tolle Ausführungen.
      Du kannst dir vorstellen, dass ich bei einigen mitgehe und bei anderen nicht.
      Autofahren und Podcasthören ist auch für mich ein großes Vergnügen – das geht aber auch mit einem Videopodcast, den ich ja auch als Audioversion hören kann. Hier haben wir also keinen Widerspruch , sondern im besten Falle eine Ergänzung.
      Was die Zielgruppe angeht – auch da bin ich bei dir. Wir wollen unsere Zielgruppe erreichen. Aber was, wennTeile „unserer Zielgruppe“ eher durch Video angesprochen werden, oder auf YouTube? Wir verlieren unsere Zielgruppe ja nicht.
      Und was die Welle angeht – das stimmt. Das geht mi auch so. Ich würde das Thema hier auch nicht aufmachen, wenn ich nicht bereits 30 Jahre TV-Erfahrung hinter mir liegen.

      Grüße nach Münster und danke für diesen schönen Austausch.

      Antworten
      • Hey, Markus! Dir auch vielen Dank für die Rückmeldung.

        Dann liegen wir ja gar nicht so weit auseinander. Wenn sich die eigene Zielgruppe tatsächlich eher von Videopodcasts angesprochen fühlt, dann wird auch ein Schuh daraus. Ich denke nur, dass es ein Unterschied das bewusst zu entscheiden oder einfach mitzumachen, weil die großen Podcasts-Hosts das jetzt „auf Teufel komm raus“ pushen.

        Antworten

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