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Wenn du es als Experte schaffst, diese 7 Fragen zu beantworten…

Podcast Analytics

Deine Podcast-Analytics kennen deinen Podcast besser als du

Dieses Glossar sortiert die wichtigsten Begriffe aus den Podcast-Analytics von Spotify, Apple Podcasts und deinem Hoster. Zu jedem Begriff findest du eine Definition und den Rückschluss: Was liest du aus der Zahl für deinen Podcast ab?

Öffne am besten deine eigenen Analytics in einem zweiten Fenster und schlage jeden Begriff nach, den du nicht sicher einordnen kannst. Eine einzelne Zahl erzählt keine Geschichte. Erst im Zusammenspiel mit anderen Zahlen zeigt sie dir, wo dein Podcast steht.

Dazu passt meine Podcast-Folge 174 der Interviewhleden vom 23.10.2026.
Darin erkläre ich die wichtigsten Kennzahlen an Beispielen und nenne Vergleichswerte zu Downloads.

Verbinde deinen Podcast mit Spotfy und erhalte die besten Podcast-Analytics, auch wenn dein Podcast bei einem anderen Hoster liegt

Die Zahlen findest du im Spotify-Creator-Konto unter „Analytics“.

Du bekommst sie für jeden Zeitraum und für jede einzelne Folge, auch wenn du deinen Podcast woanders hostest.
Wie du ein Creator-Konto bei Spotify anlegst und wie du deinen Podcast verbindest, zeige ich in diesem Video.

Markus Tirok Portrait

Von Markus Tirok

Ich bin Moderator, Medientrainer und Podcaster.
Ich helfe Einzelpersonen und Unternehmen dabei, vor Mikrofonen, Kameras oder auf Bühnen souverän zu überzeugen. Ob Podcastinterview, Fernsehauftritt oder die eigene Podcastproduktion – ich helfe, Geschichten klar und authentisch zu erzählen.

Kurz gesagt: Ich mache Medien für Menschen – und Menschen fit für Medien.

Hör mal in meinen Podcast Interviewhelden rein!

30. Januar 2020

 

 

Übersicht

Begriff Was die Zahl bedeutet So liest du sie
Wiedergaben Jeder Start, bei dem jemand mindestens 30 Sekunden zugehört hat. Zeigt die Nachfrage insgesamt. Der Vergleich mit den vorherigen 30 Tagen verrät dir die Richtung. Wie gut zugehört wurde, sagt die Zahl nicht.
Streams Jeder Start mit mindestens 60 Sekunden Hörzeit. Das ist der Wert, der einem Download bei anderen Plattformen am nächsten kommt. Mit dieser Zahl vergleichst du Spotify mit anderen Plattformen. Liegen die Wiedergaben deutlich über den Streams, springen viele Hörer:innen in der ersten Minute ab. Prüfe in diesem Fall deinen Einstieg und ob der Titel hält, was er verspricht.
Hörer:innen Einzelne Personen, die im gewählten Zeitraum mindestens eine Folge gestartet haben, egal wie oft. Das ist deine Reichweite. Teilst du die Wiedergaben durch die Hörer:innen, weißt du, wie viele Folgen eine Person im Schnitt hört.
Trends Vergleicht die ersten sieben Tage neuer Folgen mit dem Bereich, der für deine Show üblich ist. Liegt eine Folge deutlich darüber, lohnt der Blick auf Thema, Titel oder Gast. Liegt sie darunter, stellst du dieselben Fragen andersherum.

Publikum

Begriff Was die Zahl bedeutet So liest du sie
Wiederkehrendes Publikum Personen, die in den letzten zwölf Monaten mindestens eine Folge gehört haben und im gewählten Zeitraum wieder einschalten. Zeigt deinen Stamm. Ein hoher Anteil heißt: Deine Basis steht. Ein niedriger Anteil heißt: Deine Reichweite hängt am ständigen Zulauf.
Neues Publikum Personen, die im Jahr davor keine Folge deiner Show gespielt haben. Zeigt, ob du wächst. Stellst du neues und wiederkehrendes Publikum nebeneinander, siehst du, ob die Show Menschen gewinnt, hält oder beides schafft.
Verlauf über die Zeit Die Zahlen Tag für Tag, als Kurve. Hohe Spitzen an einzelnen Tagen gehören zu Veröffentlichungen, Aktionen oder Verlinkungen von außen: Dein Publikum hört ereignisgetrieben. Eine ruhige Kurve zeigt eine feste Hörgewohnheit.

Entdeckung

Begriff Was die Zahl bedeutet So liest du sie
Impressionen Wie oft Spotify deine Show oder Folge jemandem angezeigt hat, etwa in Empfehlungen, in der Suche oder in der Bibliothek. Ob die Person darauf klickt, spielt keine Rolle. Spotify steuert diese Zahl überwiegend selbst über den Algorithmus. Steigt sie, hat Spotify dich häufiger gezeigt. Mehr Nachfrage folgt daraus nicht automatisch. Warte bei neuen Folgen etwa eine Woche, bevor du die Zahl bewertest.
Conversion-Rate Der Anteil der Impressionen, aus dem eine Wiedergabe wurde. Zeigt, ob Cover, Titel und Beschreibung zum Klicken einladen. Spotify nennt keine Richtwerte. Eine Drittquelle spricht von rund 5 %. Wie die Zahl entstanden ist, lässt sich nicht nachprüfen. Baue dir deshalb eigene Vergleichswerte über mehrere Wochen auf.
Completion-Rate (Folge) Der Anteil des Publikums, der in den ersten sieben Tagen nach Veröffentlichung mindestens 95 % der Folge gehört hat. Zeigt, wie gut Inhalt und Länge zu deiner Zielgruppe passen. Lange Folgen schneiden naturgemäß schlechter ab. Vergleiche deshalb nur Folgen ähnlicher Länge.
Durchschnittliche Completion-Rate Der Mittelwert der Completion-Rate über deine letzten Folgen, für die sieben Tage Daten vorliegen. Das ist dein persönlicher Referenzwert. Miss einzelne Folgen daran.

Impressionen und Conversion-Rate gehören zusammen. Einzeln gelesen führen beide Zahlen in die Irre. Die Kombination zeigt dir, wo es hakt:

Impressionen Conversion-Rate Was dahinterstecken kann
Hoch Niedrig Spotify zeigt dich der falschen Zielgruppe, oder deine Verpackung aus Titel und Cover überzeugt nicht.
Niedrig Hoch Dein Inhalt passt zu denen, die ihn sehen. Spotify spielt ihn nur zu selten aus.
Hoch Hoch Ausspielung und Verpackung arbeiten zusammen.
Niedrig Niedrig Es fehlt an Sichtbarkeit und an Anziehungskraft.

Engagement

Begriff Was die Zahl bedeutet So liest du sie
Wiedergabezeit Die gesamte Hörzeit aller Hörer:innen im gewählten Zeitraum. Zeigt, wie viel Aufmerksamkeit deine Show bekommt. Die Zahl wächst mit Reichweite und Folgenlänge.
Durchschnittliche Wiedergabezeit Wie lange eine Wiedergabe im Schnitt dauert. Setze sie ins Verhältnis zur Folgenlänge. 15 Minuten bei einer 20-Minuten-Folge sind ein anderes Signal als 15 Minuten bei einer Stunde.
Follower Die Menschen, die deiner Show im gewählten Zeitraum neu gefolgt sind. Wer folgt, will mehr. Folgen mit auffällig vielen neuen Followern treffen ein Thema, das bindet.
Hörer:innen-Bindung Der Anteil des Publikums, der jede Woche wiederkommt, im Vergleich zur Vorwoche. Zeigt, ob sich eine Gewohnheit bildet. Sackt der Wert nach einer bestimmten Folge ab, passte dort Thema oder Format nicht zu deinem Publikum.
Kommentare Die Zahl der Kommentare im gewählten Zeitraum. Zeigt aktive Reaktionen. Bei Podcasts sind das meist wenige. Als Qualitätsurteil taugt die Zahl allein deshalb nicht.

Einzelne Folge

Klicke in Spotify links im Menü auf „Folgen“ und wähle eine Episode. Dort siehst du Wiedergaben und Hörer:innen für diese eine Folge und weiter unten die Werte zum Durchhören.

Begriff Was die Zahl bedeutet So liest du sie
Completion-Quartile Der Anteil des Publikums, der in den ersten sieben Tagen mindestens ein Viertel, die Hälfte beziehungsweise drei Viertel der Folge gehört hat. Zeigt, in welchem Abschnitt du die meisten Hörer:innen verlierst. Bricht bereits das erste Viertel ein, stimmt der Einstieg nicht. Fällt die Kurve zwischen 75 % und 95 %, verlierst du Hörer:innen im Schlussteil oder im Outro.
Retention Eine Kurve, die an jeder Stelle der Folge zeigt, wie viele Hörer:innen noch dabei sind. Der Start entspricht 100 %. Ein gleichmäßiges Abflachen ist normal, denn Menschen steigen aus. Ein steiler Absturz an einer Stelle verdient deinen Blick: War dort Werbung, ein Themenwechsel, ein Schnittfehler oder minutenlanges Rauschen? Retention und Completion gehören eng zusammen: Die Retention zeigt den Weg, die Completion das Ziel.
Mediane Wiedergabezeit Der Zeitpunkt, an dem noch die Hälfte derer zuhört, die gestartet haben. Zeigt, wie weit deine Folge realistisch trägt. Was danach kommt, erreicht weniger als die Hälfte. Setze Wichtiges davor.

Apple Podcasts

Deine Zahlen von Apple findest du in „Apple Podcasts for Creators“. Das ist das Portal, in dem du deinen Podcast am Anfang angemeldet hast. Es zeigt nur Apple-Hörer:innen.

Begriff Was die Zahl bedeutet So liest du sie
Retention-Diagramm Zeigt für eine einzelne Folge, wie viele Hörer:innen zu welchem Zeitpunkt noch zuhören. Suche nach starken Einbrüchen. Dort liegt eine Passage, die du dir genauer ansehen solltest.
Listen-Through-Rate Der Anteil der Hörer:innen, der eine Folge bis zum Ende hört. Entspricht in etwa der Completion-Rate bei Spotify. So kannst du beide Plattformen nebeneinanderlegen.
Consumption Der Anteil einer Folge, der im Durchschnitt gehört wird, in Prozent. Zeigt dir, wie weit Hörer:innen im Schnitt kommen. Spotify weist diesen Wert nicht als Prozentzahl aus. Dort errechnest du ihn aus durchschnittlicher Wiedergabezeit und Folgenlänge.
Übersicht aller Episoden Nutzung und Wiedergaben für jede Folge im Vergleich. Zeigt, welche Themen auf Interesse stoßen. Folgen mit hoher Nutzung weisen auf Themen mit Nachfrage hin.

Dein Hoster

Der Hoster ist der Anbieter, bei dem deine Folgen gespeichert sind und der sie an die Plattformen verteilt, zum Beispiel Podigee, Let’s Cast oder Podcaster.de. Je nach Tarif zeigt er dir nur Zahlen der letzten Monate.

Begriff Was die Zahl bedeutet So liest du sie
Downloads Die Abrufe deiner Audiodatei, die dein Hoster zählt. Sie gelten als gängigste Vergleichszahl zwischen Podcasts, etwa wenn es um Werbung geht. Sie zeigt, wie viele Abrufe dein Podcast erzielt. Vergleiche dich mit dem Median und nicht mit dem Durchschnitt (siehe nächste Zeile).
Median und Durchschnitt Der Durchschnitt teilt die Summe durch die Anzahl der Podcasts. Der Median ist der Wert in der Mitte, wenn du alle Podcasts der Größe nach sortierst. Wenige Podcasts mit riesigen Zahlen ziehen den Durchschnitt stark nach oben, der Median bleibt stabil. Er beschreibt deshalb besser, wo ein typischer Podcast steht. Nach Podigee-Daten, die Marcel Goretzki im Podcast vorgestellt hat, lag der Median bei Beratungs-Podcasts bei 150 Downloads und bei Coaching-Podcasts bei 126, jeweils für den ganzen Podcast in 30 Tagen. Das ist eine Datenbank-Auswertung und keine wissenschaftliche Studie.

Aus mehreren Zahlen deiner Podcast-Analytics zusammen entstehen Hypothesen. Prüfe sie, bevor du etwas änderst:

Beobachtung Mögliche Ursache Das kannst du testen
Große Lücke zwischen Wiedergaben (30 Sekunden) und Streams (60 Sekunden) Schwacher Einstieg oder ein Titel, der etwas anderes verspricht als die Folge liefert Intro kürzen und das Titelversprechen prüfen
Starker Abfall im ersten Viertel Der Einstieg ist zu lang oder unklar Die Kernaussage nach vorn ziehen
Steiler Abfall an einer festen Stelle Werbeblock, Themenwechsel, Schnittfehler oder eine zu lange Passage Die Stelle anhören und gezielt ändern
Mediane Wiedergabezeit liegt deutlich unter der Folgenlänge Die Folge ist für dein Publikum zu lang Länge anpassen oder die Struktur straffen
Hohe Impressionen, niedrige Conversion-Rate Falsche Zielgruppe oder schwache Verpackung Titel, Cover, Beschreibung und Kategorie testen
Spitzen an einzelnen Tagen, sonst eine flache Kurve Das Publikum hört ereignisgetrieben Promotion und Veröffentlichungsrhythmus prüfen
Viel neues, wenig wiederkehrendes Publikum Du gewinnst Menschen, hältst sie aber nicht Inhaltliche Kontinuität und Serienlogik prüfen
Viel wiederkehrendes, wenig neues Publikum Die Bindung stimmt, das Wachstum stockt Auffindbarkeit und externe Reichweite prüfen
Folgen mit überdurchschnittlichen Trends oder vielen neuen Followern Thema, Gast oder Format trifft einen Nerv Dieses Thema oder Format öfter bedienen

…bist du bereit für dein nächstes Interview.

Unvorbereitet als Gast, Experte und Antwortgeber in ein Interview zu gehen ist etwa so sinnvoll, wie einen Bus einzuparken ohne einen Führerschein zu besitzen oder einen Marathon zu laufen, ohne sich darauf vorbereitet zu haben.
Keine gute Idee. Und doch Alltag. Denn wie genau soll ich mich als Gast auf ein Interview vorbereiten? Und warum eigentlich?
Ich möchte ich Dich mit konkreten sieben Fragen durch den Vorbereitungsprozess führen und Dir so zeigen, wie genau Du Dich auf Dein nächstes Interview vorbereiten kannst. Für bessere Antworten. Denn es scheitert nicht nur an guten Fragen, sondern auch häufig an guten Antworten.
 

Wie möchtest du dich im Interview präsentieren?

Wer möchtest du sein? (1)

Fangen wir mit dem „Wie“ an, weil ich es spannend finde, über die eigene Rolle nachzudenken.
Wie wollen wir wirken? Der Coach-Chor antwortet unisono: Natürlich authentisch! Natürlich. Diese Antwort hilft Dir nur bedingt weiter. In welcher unserer vielen Rollen sollen wir uns authentisch zeigen? Wen wollen wir darstellen?
Den reflektierten, wissenschaftlich fundierten, eloquenten und ernsthaften Businesstyp?
Die lässige, humorvolle, optimistische und anpackende Frau?
Oder den verständnisvollen, zurückhaltenden, eher zuhörenden Mentor?
Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir alle diese Modelle performen können. Und dabei sogar authentisch wirken. Denn je nach Zielgruppe greifen wir bereits auf diese Rollenmodelle im Business zurück. Im Gespräch mit unserer Bank, mit dem Postboten und mit unseren Kunden.
Also können wir uns tatsächlich eine Rolle aussuchen, mit der wir ins Interview gehen.
So stelle ich mir persönlich die Frage, wie möchte ich bei der Zielgruppe ankommen? Und wie hilft mir das? Möchte ich Vertrauen aufbauen? Möchte ich zeigen, wie lustig ich bin? Möchte ich mich kantig positionieren? Es ist meine Wahl. Und die Wahl beeinflusst viele Faktoren: Wie spreche ich? Wie schnell spreche ich? Mache ich Witze? Zeige ich mich persönlich? Bewege ich mich viel auf der Meta-Ebene? Widerspreche ich? Provoziere ich? Bis hin zur Frage nach dem Outfit: Bin ich der junggebliebene, digitale Experte im T-Shirt oder bin ich der souveräne Coach im hellblauen Hemd? Der Businessmann mit Krawatte. Ich beherrsche alle drei Rollen und sicher noch weitere.
Lege fest, in welche Rolle Du Dich gerne im Interview positionieren möchtest. Wie genau verändert sich dadurch Dein Auftritt? Was genau möchtest Du in der Zielgruppe damit erreichen?
Solltest Du mir hier entgegnen „Ich trete so auf, wie ich wirklich bin“ zählt nicht. Sie ist nur Ausdruck, dass Du Dich noch nicht wirklich mit diesem Thema tiefer beschäftigt hast. Wenn sind eben nicht nur diese eine Rolle. Frage mal Deine Kolleginnen und Kollegen oder Deine Familie.
Wer also bist Du im Interview?
 
Botschaftenbaum-Markus-Tirok-1

Schematische Darstellung zur Vorbereitung auf ein Interview.

Wie setzt sich die Zielgruppe in dem Interview zusammen?

Wer sind deine ZuhörerInnen und ZuschauerInnen? (2)

Wir haben eben bereits die Frage gestellt, welche Wirkung wir auf die Zielgruppe haben. Welche Zielgruppe denn genau?
Die Frage nach dem WER ist wohl eine der wichtigsten Fragen. Um es auf die beispielhafte Spitze zu treiben: Wir möchten nicht wirklich einem veganen Publikum im Interview mit unserer Jagdleidenschaft auf den Pelz rücken. Das wäre keine gute Idee. Dieses Beispiel ist natürlich an den Haaren herbei gezogen.
Aber vor einem Podcastpublikum von der Wirkung von Video zu schwärmen, will wohl überlegt und gut gemacht sein. Möglich ist alles.
Wir sollten nur die Rahmenbedingungen gut kennen. Wer ist die Zielgruppe? Zu welcher Gruppe gehört die Zielgruppe? Veganer? Selbstständige? Naturwissenschaftler? Alleinerziehende Mütter…Was ist deren Schmerzpunkt? Was ist deren Problem, für die sie eine Lösung suchen? Warum tauschen sie ihre Lebenszeit ein, um Dir in einem Interview zuzuhören? Was erhoffen sie also von dir zu bekommen? Wie kannst du helfen? Was kannst Du bieten?
Diese Frage sollte sehr klar zu beantworten sein, um Nähe und Vertrauen aufzubauen.
Ich hatte vor kurzen ein Interview mit einer Rechtsanwältin geführt, es ging um die DSGVO. Zielgruppe Medientrainer. Und es war so wichtig, dass diese Rechtsanwältin sich zuvor Gedanken über die Arbeitsweise und Lebensumstände einer Medientrainerin gemacht hat, denn so erreichte sie das Publikum unmittelbar bei ihren Bedürfnissen. Sie hatte ihre Hausaufgaben gemacht.
 

Welche Inhalte möchtest du platzieren?

Was ist Deine Botschaft? (3)

Was genau möchtest Du eigentlich sagen? An welche Kernbotschaft soll sich die Zielgruppe erinnern, wenn das Interview vorüber ist? Was soll hängen bleiben?
In meinen Trainings beantworten meine Kunden diese Suche nach der Botschaft häufig mit einer Liste von Punkten: „Es soll hängen bleiben, dass wir sichere Immobilienfonds anbieten, dass eine Immobilie das beste Invest ist, dass es uns schon so lange am Markt gibt und das die Laufzeit sehr kurz ist.“ Das sind sicher wichtige Punkte für den Fondsanbieter in der Kommunikation, aber es ist nicht die Kernbotschaft. Hierbei handelt es sich um Key Messages, um weitere Aspekte, nicht aber um die Kernbotschaft.
Aber was ist nun die Kernbotschaft? Es könnte „Verlässlichkeit und starke Ergebnisse“ sein. Wir gehen also eine Ebene höher und schauen auf der Meta-Ebene. Was verbindet alles miteinander? Was ist der Markenkern?
Gute Beispiele finden wir hierzu in der Automobilindustrie. Die Kernbotschaft bei BMW lautet „Freude am Fahren“, bei Audi „Vorsprung durch Technik“.
Wir kennen diese Botschaften nur zu gut aus der Werbung und sie wirken: Vielleicht können wir nicht unmittelbar die Automarke zuordnen, aber in unseren Köpfen entstehen konkrete Bilder, hören wir den Slogen.
Meine Botschaft mit den Interviewhelden? Ganz einfach „gute Fragen – gute Antworten“. Darauf werde ich in jedem Interview, das mit mir geführt wird, zu sprechen kommen.
Die Kernbotschaft alleine reicht aber nicht aus – sie ist der Kern einer Marke, das Herz. Und das sollte schlagen.

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Was sind dein weiteren Botschaften im Interview?

Was steckt alles in Deiner Botschaft? Key Messages (4)

Stellen wir uns ein Haus vor, dann haben wir jetzt zwei ganz wichtige Elemente geschaffen. Quasi den Rahmen für unser Interview. Wir haben die Zielgruppe als Fundament, darauf richtet sich alles auf und aus. Und wir kennen unsere Botschaft, das Dach des Hauses.
Wir arbeiten uns jetzt von oben nach unten. Von der meta-Ebene der Botschaft werden wir konkreter und definieren in der Vorbereitung zu einem Interview unsere Key Messages, die Auswirkungen unserer Botschaft.
Machen wir es an einem weiteren Beispiel fest: Es geht um ein Interview zum Thema Podcast. Der Experte ist ein Podcast-Produzent. Zielgruppe im Interview sind Solopreneure, die sich selbst um ihr Marketing kümmern. Seine Botschaft lautet: Podcast ist der Brand-Booster! Mit Podcast verschaffst Du dir einen Namen. Das kann man behaupten, vielleicht klingt es auch ganz schick, aber überzeugend ist das bisher noch nicht.
Was fehlt? Es sind die Belege – die Einzelaspekte zum Thema.
Da haben wir zum Beispiele die Key Message „Podcast ist ein Trendmedium“ oder „Podcastkosten sind gering“ oder „Podcast ist ein Content-Wunder“. All diese Punkte unterstützen die Botschaft, dass Podcast ein Brand-Booster ist. Es ist die Konkretisierung der Botschaft, die Untermauerung, die guten Argumente dafür, die Aspekte, die Unterthemen.
Und diese kann unser Experte nun im Gespräch gut platzieren. Er hat sich vorbereitet und weiß genau, seine Aspekte stützen seine Botschaft.
Und er weiß noch mehr – unser Experte und Gast weiß vor allem, dass er gute Geschichten erzählen muss. Denn nur These zu platzieren und die ganze Zeit auf der Meta-Ebene unterwegs zu sein, langweilt die Zuhörenden sehr.
 

Nutze Storytelling im Interview!

Welche Geschichten hast Du mitgebracht? (5)

 
Und hier kommt die Lösung: Deine Geschichten. Deine Storys. Was hast Du erlebt? Was kannst Du lebendig und spannend erzählen? Gibt es Geschichten zu Deinem Thema, die Emotionen auslösen? Spannung, Mitgefühl, Aufregung, Humor, Überraschung – auf diese Geschichten kommt es ganz besonders an.
Was ist spannender? Irgendeine Summe, die Spotify investiert, um exklusive Podcast-Produktionen zu realisieren? Oder die Geschichte, wie die Moderatorin und Autorin Charlotte Roche zusammen mit ihrem Ehemann einen Sextalk-Paar-Podcast produzieren und damit für richtig viel Aufregung sorgen?
Es ist die Story, die es lebendiger und spannender macht. Wir werden uns auch an die Story erinnern, wahrscheinlich nicht an die Summe, um die es ging.
Also sind wir immer auf der Suche nach einer Geschichte.
Eine weitere Story zur Key-Message „Podcast ist ein Trendmedium“ ist der Smartspeaker. In den nächsten 180 Tagen werden voraussichtlich 6 Millionen Smartspeaker in Deutschland verkauft werden. Eine Story, die unsere These und Key Message unterstützt und zum Leben erweckt.
Diese Stories müssen nicht unbedingt mit uns etwas zu tun haben. Sie können auch eine Produktgeschichte erzählen oder von Dritten handeln. Aber sie sollten eine Geschichte sein, kein theoretisches Zahlenspiel.
Welche Geschichten hast Du zu erzählen und wie erzählst du sie?

Was sollen deine Zuhörenden nun machen? Hast du einen CZA – einen call to action?

Was soll ich machen? (6)

Möchtest Du eigentlich etwas Konkretes von der Zielgruppe? Wie lautet Dein Call-to-Action (CtA)?
Sollen sie sich in Deine Newsletterliste eintragen? Sollen sie einen Podcast abonnieren? Sollen Sie sich ein Angebot anschauen? Sollen sie ein Produkt oder Dienstleistung buchen oder kaufen?
Oder sollen sie nur einen ersten Kontakt zu Dir haben, sollen Dich als Marke wahrnehmen?
Sei Dir ganz bewusst, was Du von der Zielgruppe möchtest.
Und dann appelliere an Sie. Sag Ihnen, dass Du Ihnen sehr mehrwertige Inhalte über Deinen Newsletter regelmäßig schenkst. Verrate Ihnen, wie sie mit dem Rabattcode an das eine begehrte Produkt kommen oder warum es ihnen helfen wird, den Podcast zu abonnieren.
Wenn Du nicht weißt, was die Zielgruppe machen soll, wirst Du sie auch nicht zum Ziel lenken können. Und das wäre sehr schade, denn dann hat keiner etwas davon. Du nicht und Deine Zielgruppe auch nicht.
Selbstpositionierung – Zielgruppe – Kernbotschaft – Key message – Stories und der Call to Action – mit diesen sechs Schritten hast Du dir bereits eine komplette Interviewstrategie erarbeitet.
Wenn Du Dir wirklich Zeit nimmst und diesen Prozess sehr ausführlich durchlebst, kommen meist erstaunliche Erkenntnisse dabei raus. Zwar arbeiten wir schon so lange oder so intensiv mit unseren Produkten und Angeboten, doch haben wir wirklich schon alle Aspekte durchdrungen? Warten da nicht spannende Geheimnisse und Geschichten auf uns und vor allem auf unsere Zielgruppe, die erzählt und kommuniziert werden müssen?
Doch jede Strategie, jede Keymessage und jede Story dringt nicht zur Zielgruppe durch, wenn die Technik versagt.
 

Technikcheck vor der Interviewaufzeichnung!

Hast Du die Technik gecheckt?

Nun kommt es sehr darauf an, ihn welchem technischen Setting Dein Interview stattfindet.
Bist Du von einem Fernseh- oder Radiosender eingeladen, brauchst du dir sicher keine Gedanken zur Technik machen.
Stellst du aber Deine eigene Technik im Interview zur Verfügung, in dem Du ein Telefoninterview machst oder ein Onlineinterview mit oder ohne Bild, dann hingegen, beginne wirklich rechtzeitig mit dem Technikcheck.
Nichts ist ablenkender, als die Unsicherheit, die Technik funktioniert nicht oder bricht jeden Moment zusammen.
Diese ist ein sehr großes Thema, das ich an dieser Stelle bewusst klein halten werde:
Egal ob es ein Video- oder nur ein Audio-Interview ist, sorge für bestmögliche Audioqualität. Nutze ein hochwertiges externes Mikrofon, dass du an Dein Smartphone oder Deinen Computer anschließen kannst. Such Dir einen ruhigen Rau, der nicht sehr hallig ist. Nutze Kopfhörer, um Rückkoppelungen zu vermeiden. Fahre Dein System vor dem Interview einmal komplett runter und wieder rauf, damit der Computer die bestmögliche Performance leisten kann. Schließe Programm, die Töne abgeben, wie z.B. beim Eintreffen neuer Mails oder Chat-Nachrichten. Kannst Du Deine Türklingel abschalten? Das Telefon? Sein ungestört.
Und wenn es sich um ein Video-Interview handelt, sorge für das bestmögliche Bild von dir. Vermeide unruhige Hintergründe wie die Bücherwand im Arbeitszimmer, lass keinen Wäschestände im Bild stehen, schaue auf Augenhöhe in die Kamera, stelle also gegebenenfalls Deinen Laptop auf Bücher, damit die Laptop-Kamera auf
Augenhöhe kommt, sorge für gutes und ausreichendes Licht.

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