Frühjahrsputz für deinen Interview-Podcast

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Von Markus Tirok

Markus Tirok ist Moderator, Trainer & Coach und Gründer der Interviewhelden.
Er moderiert Webcasts, Podcasts, Online- und Hybride-Events.
Markus Tirok berät Unternehmern, doziert an Medienakademien und hat mit den Interviewhelden ein Online-Trainingsprogramm für Solopreneure entwickelt.

20. April 2022

Sieben Positionen in deinem Podcast, die wir mal aufpolieren sollten

Betriebsblindheit auf beiden Ohren

Wann hast du das letzte Mal Wesentliches in deinem Interview-Podcast verändert?

Wann hast du bewusst mit Abstand und aus neutraler Position deinen Podcast das letzte Mal angehört und überprüft?
Wann hast du das letzte Mal deinen Opening-Jingle bewusst angehört?

Das dachte ich mir und damit bist du in bester Gesellschaft. Es wäre wenig schlau, ständig am eigenen Podcast rumzunörgeln, wöchentlich Anpassungen vorzunehmen und nie in die nötige Podcast-Routine zu kommen. Denn genau diese Routine benötigen wir, wenn wir langfristig und regelmäßig produzieren und veröffentlichen wollen. Im Business sprechen wir natürlich nicht von Routine, sondern von Prozess. 😉


So ein Prozess hat neben dem Vorteil der fast automatisierten Wiederholung den Nachteil, dass wir dazu neigen, die Aufmerksamkeit zu verlieren. Wir werden nachlässig, gewissermaßen betriebsblind und schon schleichen sich Dinge ein, die wir eigentlich anders und besser können. Ich möchte nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen und so lass uns über deine Podcast-Shownotes am Ende sprechen. 😉

Nimm dir nicht zu viel vor

Ein Interview-Podcast besteht aus unzähligen Bestandteilen, die zum Teil so kleinteilig sind, dass es uns schwerfällt, sie zu erkennen. Ein Beispiel: Gibst du Bestätigungslaute von dir, wenn dein Gast mit der Antwort fertig ist? Ich vermute, du kommst jetzt ins Grübeln. Machst du so etwas? Machst du so etwas immer? Stellst du nach der Antwort gleich die nächste Frage? Ist das gut oder unhöflich? Und so weiter – dieses Fass möchte ich heute gar nicht aufmachen. Denn beim Frühjahrsputz wollen wir zwar alles aus dem Schrank rausholen und abwischen, aber wir wollen nicht den Schrank demontieren, um zu schauen, ob die Bauanleitungen auch gut geschrieben ist.

Lass uns den Schwung und die Energie des Frühjahrs nutzen, um uns auf sieben konkrete Stellen in deinem Podcast zu konzentrieren. Wir betrachten sie, beurteilen sie und wenn es etwas zu verbessern gibt, nur zu – dann machen wir das sofort. Und wenn alles rund läuft, dann lassen wir es auch genau so weiter laufen.

Ein kleiner und wichtiger Tipp, wenn wir jetzt an die neuralgischen Stellen gehen, schau mit Freude drauf. Sei nicht gestresst, sei nicht genervt, sondern hab Spaß daran, den großen Podcast-Staubwedel zu schwingen und den Staub des vergangenen Jahres wegzuwischen.
Womit beginnen wir? Am besten ganz vorne.

Stelle 1: Dein Teaser

Bevor es mit deinem Podcast so richtig losgeht, kannst du bei mir als Zuhörer richtig Spannung aufbauen, meine Lust auf deine Episode erhöhen, mit ist einem Paukenschlag auf dein Thema aufmerksam machen.
Genau das ist der Job eines Teasers.


💡 Begriffserklärung

Weil immer wieder wichtige Bezeichnungen durcheinandergebracht werden, lass uns kurz klären, wie die Definition der Elemente ist.

💡 Was ist ein Teaser?

Ein Teaser ist ein Spannung erzeugendes Element. Meist sehr kurz, bezieht sich inhaltlich auf eine Episode und kann an unterschiedlichen Stellen im Podcast eingesetzt werden.
Meist zu Beginn, um Vorfreude auf die Episode zu machen.
Möglich auch ganz am Ende, um auf die nächste Episode hinzuweisen.
Das bedeutet, dass Teaser auch bei jeder Episode neu eingesprochen und produziert werden.

Was ist ein Trailer?

Ein Trailer ist die große Schwester des Teasers und bezieht sich nicht auf eine spezielle Episode, sondern meist auf den kompletten Podcast. Die meisten Podcast nutzen Trailer, die zum Beispiel bei Spotify extra angezeigt werden, um die eigene Show zu bewerben.
Ein Trailer ist wie ein Werbespot.

💡 Was ist ein Jingle?

Ein Jingle ist im Podcast ein Audio-Element (meist Musik oder ein paar Töne) mit einer speziellen Aufgabe. Zum Beispiel, um eine bestimmte Rubrik einzuläuten, um Werbung zu kennzeichnen, um das Ende anzukündigen.

💡 Was ist ein Opener und Closer?

Auch Opener und Closer gehören zur Familie der Jingles.
Da sie aber quasi in jedem Podcast vorkommen, haben sie spezielle Namen.
Der Opener besteht meist auch nicht nur aus Musik, sondern zusätzlich aus gesprochenem Wort. Wie bei mir im Podcast. Hier spricht ein Sprecher „Interviewhelden – der Podcast für Fragensteller und Antwortgeber mit Markus Tirok“ und darunter läuft Musik.
Was im Opener alles gesagt wird und wer ihn spricht, ist ganz individuell. Viele PodcasterInnen sprechen den Opener und Closer auch selbst. Völlig ok.

Opener und Closer sind feststehenden und wiederkehrende Elemente, die nicht jedes Mal neu aufgenommen werden. Meist werden sie einmal produziert und dann in jeder Episode genutzt.


Zwei gängige Teaser-Formate gibt es: Das Zitat.
Hier greifen wir schon zu Beginn vor. Aus dem sich anschließenden Interview zitieren wir, also kopieren einen oder zwei spannende Sätze und setzen diese an den Anfang.
Beispiel: In einem Interview über die Erfahrungen und Erlebnisse mit Dating-Apps sagt der Interviewgast „Als ich sah, was mir da entgegenkam, bin ich nur noch gelaufen und habe sofort die Polizei gerufen.“
Wow – ich vermute, die Abschaltquote wird gering sein, wenn wir so in einen Podcast über Dating-Apps einsteigen.
Dieses Zitat taucht dann im Interview im Kontext wieder auf und dann wird die gesamte Story dazu erklärt.

Zweites Format: Der Host-Teaser.
Es kann passieren, dass wir keinen einzelnen Satz aus unserem Interview für unseren Teaser finden – macht nichts, dann übernehmen wir das einfach selbst.
Gleiches Interviewbeispiel, dann heißt es: „Als mein heutiger Gast sah, was dort auf sie zu kam, ist sie nur noch schreiend davon gelaufen und hat sofort die Polizei gerufen!“
Du merkst, die Wirkung ist etwas schwächer, aber dennoch stark genug, um die Zuhörenden in unseren Podcast zu ziehen.
Wir können natürlich auch anders einsteigen, zum Beispiel mit Fragen oder Überhöhungen, Thesen und Provokationen. „Lust oder Liebe – das Spiel mit den Dating-Apps“ und so fort.
Ein Teaser ist also vergleichbar mit einer besonders guten Überschrift in einer Zeitung. Du möchtest unbedingt wissen, was passiert.
Und ja – beide Teaser gehen nur, wenn wir eine Postproduktion haben, denn wir können ja erst nach dem Interview einen spannenden Anfang gestalten.

🚨 Wie können wir unseren bestehenden Teaser optimieren?
Nutzt du überhaupt schon die Kraft eines Teasers? Wenn nein, fang mal damit an. Es gibt wenig spannendere Einstiege in deinen Podcast. Und ja, auch du wirst starke Zitate finden, selbst wenn nicht immer die Polizei geholt werden muss.
Wenn du einen Teaser bereits nutzt, überprüfe, ob er kurz genug ist. Ein Teaser sollte nicht länger als ein oder zwei Sätze sein. Und quasi bei der spannendsten Stelle enden. Es geht nicht darum, einen vollständigen Sachverhalt zu erzählen. Es geht nur darum, die Spannung schnell aufzubauen und mit dieser Energie dann in den Podcast zu starten.
Und hier wäre noch ein Anschlusspunkt zu beachten – wie leitest du dann von deinem Teaser über ins Thema? Erst kommt dein Opener und dann geht es hoffentlich direkt und ohne den Umweg weiter mit deinem Thema. Solltest du hier noch einen Sales-Pitch dazwischen schieben, schau mal genau hin, ob du damit nicht die Spannung wieder zunichtemachst, die du mit dem Teaser aufgebaut hast.

Stelle 2: Opener und Begrüßung

Könnte es sein, dass du dich wiederholst? Ist ja nicht schlimm. Aber gerade für den Einstieg gelingt dir noch etwas Besseres. Es geht um deine direkte Begrüßung, um den Übergang zwischen Opener und deinem Hallo.
Denn in vielen Openern werden bereits wichtige Informationen präsentiert. Der Name der Show, manchmal auch schon ein Gewinnversprechen. Es gibt Opener, die beinhalten bereits einen Pitch, manche wünschen am Ende „viel Spaß“ und Ähnliches.
Diese Opener wurden meist von uns ein einziges Mal produziert und werden dann nur noch als Audio-Schnipsel in der Postproduktion an den Anfang und ans Ende unseres Podcasts platziert.
Und meist hören wir uns die Opener auch gar nicht mehr an.
Das hat Folgen.
Dann passiert das, was viele PodcasterInnen in jeder Ausgabe zu Beginn machen. Sie wiederholen sich. Bis zu drei Mal.
Dann heißt es schon am Ende des Teasers „Viel Spaß mit der heutigen Folge“ im Opener wünsche der Sprecher erneut viel Spaß und am Ende der Begrüßung wünscht uns der Host erneut viel Spaß.
Oha – ob sich der Spaß dann noch einstellt, da bin mir nicht sicher.

Sehr häufig wiederholen wir in unserer persönlichen Begrüßung den Titel unseres Podcasts und den Sales-Pitch, beides kommt meist schon im Opener vor. Wenn dann wirklich alles Wort für Wort genau so formuliert wird, dann ist das kein guter Einstieg in unsere Podcast-Episode.

🚨 Also – was machen wir nun? Hör dir ganz aufmerksam die Anfangssequenz deines Podcasts an. Was wird an Informationen gegeben? Sind diese nötig? Ist etwas doppelt? Wie kann ich Doppler vermeiden? Ist der Opener überhaupt noch hübsch anzuhören oder braucht er ein Facelift? Wie wirkt der Start für Personen, die den Podcast, dich und die Inhalte noch nicht so gut kennen? Kannst du etwas optimieren?
Denn mit unserem Episoden-Start möchten wir doch jedes Mal unsere ZuhörerInnen professionell und wertschätzend begrüßen und sie in unsere Show einladen. Der Anfang sollte sitzen.

Stelle 3: Die Anmoderation des Gastes

Wir kommen zu einer sehr empfindlichen Stelle in unserer Episode. Denn jetzt kommt unser Interview-Gast zu Wort. Und ich hoffe, dass ich mit meinem Content mittlerweile so viele Personen erreicht habe, dass wir alle gemeinsam ins Lied einstimmen, wenn es um die Vorstellung geht: Unser Gast stellt sich nicht selbst vor! Wir sind so gute GastgeberInnen, dass wir unseren Gast natürlich selbst vorstellen.
Das wäre der erste und wichtigste Punkt in unserem frühlingshaften Großreinemachen. Oder steigst du noch so ins Gespräch ein: „Hallo! Schön, dass du da bist. Stell dich doch einmal vor. Wer bist du, was machst du und wie bist du dazu gekommen?“
Meist folgt keine besonders gelungene Selbstvorstellung des Gastes, sondern es wird umständlich und langweilig.
Wäre es nicht viel schöner, wenn du deine Aufgabe als GastgeberIn voll und ganz übernehmen würdest?
Höre dir doch bitte mal diese Podcast-Episode der Interviewhelden an, da erkläre ich ausführlich, warum ich es als sooooo wichtig ansehen, den Gast selbst kurz vorzustellen. Entgegen aller Befürchtungen, ist das auch gar kein großer Rechercheaufwand und ist viel eleganter.


Podcastempfehlung zur Vorstellung des Gastes

Podcast-Interviewhelden-Markus-Tirok-1

Und hier habe ich eine ganze Podcast-Episode genau zu diesem wichtigen Thema gemacht.

„Anmoderation und Vorstellung des Gastes im Interview“
https://www.tirok-training.de/podcast

Apple Podcast: https://podcasts.apple.com/de/podcast/interviewhelden-mit-markus-tirok/id1493714384?i=1000476409643
Spotify: https://open.spotify.com/episode/5R6hlRA6XZfOFtxn1V2S8b?si=Ky1pAgQ-QK28IHJ4XAv6Hw


Und wenn wir schon dabei sind, unsere Anmoderation genauer zu betrachten, schauen wir uns doch den Aspekt der Ausführlichkeit und damit auch der Länge an.
Meine allerwichtigste Empfehlung lautet ja immer „Versetz dich in die Rolle deiner ZuhörerInnen“, denn für die machen wir das ja alles. Und nun höre dir (d)eine lange Anmoderation zu einem Thema oder zu einem Gast an. Vielleicht wird die Vita des Gastes wiedergegeben, vielleicht die Publikationen, vielleicht die Stationen. Benötigen wir diese Infos als ZuhörerIn wirklich, um in das Gespräch einsteigen zu können? Bedeutet viel Anmoderation auch viel Vorfreude und Spannung? Oder können wir uns all die Infos gar nicht merken? Wird es ab einem Punkt nur noch viel, lang und unübersichtlich? Für was werden mir all die Punkte erzählt? Soll der Gast damit relevanter gemacht werden, als er vielleicht ist? Oder geht es darum, dem Gast zu schmeicheln und ihr/ihm ein gutes Gefühl zu geben? Was habe ich davon?

Verstehst du meinen Blick auf die Anmoderation? So sollten wir auf unser Werk schauen. Braucht es meine ZuhörerIn? Was benötigt meine Zielgruppe, um mit Freude in das Gespräch einzusteigen? Es geht im Interview nicht in erster Linie darum, dass sich mein Gast kuschelig und wohl fühlt. Es geht um mein und dein Publikum.

🚨 Also hier die Aufräumaufgabe: Höre dir ganz bewusst und mehrfach die Anmoderationen zu deinen Gästen einmal an und fühle in deine ZuhörerInnen hinein. Zuviel Infos? Zu lang? Ausreichend? Spannend genug? Überladen? Unübersichtlich?
Und dann beginnen bei der nächsten Podcastproduktion einen schlankeren Weg einzuschlagen.

Stelle 4: Deine Einstiegsfrage

Ja, aufräumen kann kleinteilig sein. Du hast sicher schon einmal eine Krimskrams-Schublade aufgeräumt. Da kann man sich schon eine Weile mit aufhalten. Sind halt viele Kleinigkeiten, die da zusammen kommen. Mit Krimskrams sollte unsere nächste Stelle in der Episode aber möglichst wenig zu tun haben. Wir kommen eher zu einer ganz besonderen Stelle in Deinem Podcast und in deinem Interview. Es geht um die Einstiegsfrage. Und hier hätte ich gerne einen Trommelwirbel, den hat die Einstiegsfrage mehr als verdient.
Denn hier beginnt alles. Hier pflanzt du quasi die Stimmung für dein Interview. Für mich zählt die Einstiegsfrage zu den wichtigsten und aufregendsten im gesamten Interview. Aber ich möchte heute bei unserem Frühjahrsputz nicht übertreiben und bleibe mal weniger pathetisch und bodenständig.

Ich kenne unzählige Einstiegsfragen, die eigentlich keine Fragen sind, sondern vielmehr Aufforderung zu einem Kurz- oder Langvortrag. „Wie bist zu deinem Thema gekommen?“ „Was kann Contentmarketing?“ „Was sollte ich beim Bloggen beachten“.
Du kennst die Fragen auch, oder?
Sie sind groß. Nein, eigentlich sind sie riesig. Sie sind offen gestellt und ermöglichen beim Antwortgebenden ein ausführliches Grundsatzreferat, was dann meist auch folgt.
Das Thema wird so ausführlich ausgeführt, dass unsere 5 Anschlussfragen, die wir im besten Falle vorbereitet haben, alle bereits im Ansatz beantwortet werden. Eigentlich wird alles beantwortet. Und als GastgeberIn hast du nicht eine Zwischenfrage stellen können. Der Gast hat ja solange geantwortet.
Meine klare Empfehlung: Stelle niemals zu Beginn eine große und abstrakte Frage, du wirst immer eine große und abstrakte Antwort bekommen.

Aber wie können wir stattdessen einsteigen? Mit einer kleinen, kurzen und konkreten Frage. Fragen wir doch die Contentmarketing-Expertin, welcher Post ihr heute in den sozialen Medien in Erinnerung geblieben ist. Das wird spannend. Dein Gast wird nicht damit gerechnet haben und schon habt ihr einen wunderbaren, unterhaltsamen und konkreten Einstieg. An der exemplarischen Antwort könnt ihr euch abarbeiten und nach den wichtigen Kriterien im Contentmarketing Ausschau halten. Kurze und konkrete Frage bedeutet meist kurze und konkrete Antwort. Noch ein Beispiel: Frage den Blogger doch nach seinem Lieblingsort, an dem er gerne bloggt. Er wird sofort aus dem Erleben heraus antworten und von dort aus könnt ihr gemeinsam und in vielen kleinen Schritten die Blogger-Welt entdecken.

🚨 Hier nun meine Frühjahrsputzaufgabe für dich: Schreib dir deine letzten 5 Intervieweinstiege auf. Analysiere deine Einstiegsfrage und berücksichtige auch die Antwort. War die Antwort zu lang, zu abstrakt, war sie spannend und unterhaltsam, war sie zu allgemein? Und für alle Fortgeschrittene: Denk dir mindestens eine, besser zwei alternative Einstiegsfragen für dieses Interview aus, das du gerade analysierst. Zwei neue spannende Wege ins Gespräch einzusteigen. Und dabei beachte die Größe deiner Frage – fragst du wirklich konkret und klein genug?

Stelle 5: Die Episoden-Dauer

Mein nächster Aufräumansatz ist ganz einfach und schnell gemacht – zumindest der Anfang. Schau dir bitte mal die Länge deiner Podcast-Interviews an. Liegst du um 30 Minuten, sei stolz auf dich und überspring diese Aufgabe 5.
Bist du länger als 40 Minuten lies bitte weiter.
Ich habe mal ein wirklich geniales Aufräumbuch gelesen. Wohl auch das Bekannteste. „Magic Cleaning“ von Marie Kondo. Ein Segen und ein Geschenk. Sie empfiehlt, jeden Gegenstand in die Hand zu nehmen und den Gegenstand zu fragen „Brauche ich dich noch?“. Wenn nein, bedanken wir uns bei dem Gegenstand und dürfen ihn gehen lassen. Und wieder haben wir uns ein Stück befreit.

Machen wir das doch mal sinngemäß mit der Länge unserer Podcast-Gespräche: Braucht unser Publikum dieses Gespräch mit einer Dauer von 55 Minuten? Ja? Perfekt. Weiter so.
Bist du dir nicht ganz sicher? Okay, hier kommt meine Nachfrage: Wäre es denkbar, alle wichtigen Inhalte des Talks auch in einer Gesprächslänge von 35 Minuten unterzubringen und weiterhin unterhaltsam zu bleiben? Ich übernehme hier mal das Antworten: Meistens gelingt uns das sehr gut.
Wieso machen wir es nicht? Und wieso bin ich unbedingt dafür, sich kürzerzufassen?
Beide Antworten bedingen sich. Wir werden häufig viel zu lang in unseren Interviews, weil wir uns keinen festen Rahmen setzen. Wir wissen im Vorfeld nicht genau, was wir erfragen möchten. Wir gehen da „so ganz offen ins Gespräch“ rein. Können wir machen, professionell ist das nicht.

Ein Interview ist kein zufälliges Gespräch unter Freunden, sondern eine Verabredung unter Profis.

Markus Tirok, Interviewhelden

Ein Interview ist kein zufälliges Gespräch. Das passiert nicht einfach so. Ein Interview ist wie ein Theaterstück, wie ein Buch, wie eine Präsentation. Die Kapitel legen wir vor dem Beginn schon fest. Wir wissen, über was wir sprechen wollen. Und wenn wir darauf unsere Interviewvorbereitung ausrichten, dann werden wir aufhören, zufällige Längen zu produzieren. Dann schaffen wir alle Inhalte auch in 30 Minuten. Ich weiß, das hört sich herausfordernd an. Es geht aber, wie viele meiner KundInnen immer und immer wieder beweisen, wenn sie ihre Interviewstrategie professionalisieren. Schluss mit ewig langen Antworten und Schluss mit langen Episoden.
Und nun die Antwort, warum lange Episoden nicht immer eine gute Idee sind: Unsere ZuhörerInnen müssen sie doch auch hören können. Und wir sind uns sicher einig, dass wir eher in der Lage sind, eine halbe Stunde zu hören, als eine ganze Stunde.
Denn „Zeit Verbrechen“ wollen wir ja auch noch hören und die Folgen dauern ja schon so lange…

🚨 Unsere Aufräumaufgabe: Check deine Epsiodenlänge und beantworte die Frage, wie genau es zu der Länge kommt. Hast du Lust, mal eine kürzere Episode auszuprobieren? Versuch es doch mal.

Stelle 6: Das Ende

Wollen wir zum Schluss kommen?
Mir fällt das leicht – ich sage Danke und Tschüss. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Andere tun sich da deutlich schwerer mit Abschied zu nehmen.
Ob das generell damit zu tun hat, wie wir Abschiede bewerten und angehen? Wir könnten philosophieren – aber genau das möchte ich zum Schluss eben nicht machen.
Anfängerfehler im Journalisten Interview: In der letzten Frage noch ein neues Fass aufmachen. So sagt man, wenn man mit einer Frage zum Ende ein komplett neues und komplexes Themengebiet eröffnet und genau weiß, dass eigentlich keine Zeit bleibt, dieses Thema angemessen zu behandeln.
Von dieser journalistischen Weisheit können wir lernen, denn die zeitliche Begrenzung haben wir eigentlich gar nicht.
Aber irgendwann muss halt auch mal Schluss sein.

🚨 Deine Aufgabe: Verschaffe dir einen Überblick, wie du deine Interviews bisher beendest und überlege, ob das der beste Weg für deine ZuhörerInnen ist.
Mal zwei Beispiele, bei denen ich dringend zum Ausmisten raten würde.
Die FragenstellerIn leitet die letzte Frage ein und sagt zum Gast: „So, ich habe alle Fragen gestellt. Hast du noch etwas, was du sagen möchtest?“ Herzlichen Glückwunsch, du hast deinem Gast zum Schluss noch einmal eine riesige Tür (Scheunentor) aufgemacht, alles zu sagen, was er oder sie noch sagen möchte. Entweder kommt jetzt die große Wiederholungsarie – alles was zuvor in 50 Minuten besprochen wurde, wir nun noch einmal erwähnt. Natürlich in kurz, dauert nicht länger als 5 Minuten. (Gähn…)
Oder wie wäre es mit einem Sales-Pitch zum Schluss? Finde ich auch nicht so schön.
Und mal ehrlich – gibt es wirklich wichtige Themen, die nach 50 Minuten noch nicht besprochen wurden? Dann hast du wahrscheinlich keinen guten Job als FragenstellerIN gemacht – ich würde es lassen.

Ein anderer gern genommener Ausstieg ist das „Fass ohne Boden“, wo der oder die GastgeberIn in epischer Breite eine Danksagung ausspricht, Dinge noch mal zusammenfasst und einfach ins Schwadronieren kommt. Episch und langweilig.
Okay – nehmen wir mal an, du bist nicht so ganz happy mit deinem Ausstieg. Wie kannst du es besser machen? Mach es wie die Großen. Wie der Spiegel, die Zeit, die FAZ. Was machen die am Ende eines Gesprächs? Sie machen es ganz kurz „Vielen Dank für das Gespräch“. Ich liebe diesen Ausstieg. Auf den Punkt. Und die persönliche Dankesarie, die können wir doch ausschütten, wenn wir mit unserem Gast wieder allein sind. Unsere ZuhörerInnen legen meist darauf keinen Wert. Und ja, auch so ein Ausstieg kann absolut wertschätzend sein. Keine Sorge.
Ich mach es übrigens auch meist so – wenn du dir das mal als Beispiel anhören möchtest…

Stelle 7: Die Shownotes

Erinnerst du dich, dass ich ganz zu Beginn versprochen habe, erst zum Ende auf die Shownotes zu sprechen zu kommen? Nun ist es so weit. Und mittlerweile haben wir so viele Aufräumenergie angesammelt, dass wir uns auch diesem Teil deines Podcast-Business noch annehmen können.
Wie zufrieden bist du mit deinen Shownotes? Ist das eher eine Pflichtarbeit für dich oder hast du dir wirklich einmal intensiv Gedanken über die Shownotes gemacht? Kleine Testfragen: Erreichen dich deine ZuhörerInnen über die Shownotes? Hast du deine Social-media-Kanäle angegeben? Gibt es einen Call-to-Action in den Shownotes? Bietest du den nächsten Schritt an?
Die Shownotes sind ähnlich wie der Einband eines Buches mit Cover, Klappentext und Infos über die Autorin. Wir sollten diese Chance nicht verstreichen lassen, sondern sie wirklich nutzen.

🚨 Und das ist die letzte Aufräumaufgabe für dieses Frühjahr: Schau dir deine Shownotes an und überleg mal, was du anpassen und verbessern könntest. Immer aus Sicht deiner NutzerInnen. Was könnten sie auf dem Weg zu deiner Dienstleistung und deinem Angebot gebrauchen? Braucht es nur den Weg zu deiner Webseite? Braucht es die Links zu Instagram oder LinkedIn, möchtest du ein Freebie anbieten und so weiter.
Es gibt viele hilfreiche Ansätze, die Shownotes zu einem Marketing-Hightlight zu gestalten. Mach doch mal! Ich wünsche dir gutes Gelingen, viel Spaß und Erfolg dabei!

AircheckPro-1

Der Aircheck PRO

Wow – ich bin stolz auch dich. Du hast die Challenge angenommen und bist durch sieben wichtige Schritte deines Podcasts mit mir gegangen. Sehr, sehr cool!
Und wenn du noch nicht alles angepasst hast, aber dir schon Ideen eingefallen sind – warte nicht zu lange. Nimm die Energie des Frühjahrs mit und überarbeite die wichtigen Stellen in deinem Podcast.

Ich mache das übrigens mit meinen KundInnen nicht nur im Frühjahr, sondern das ganze Jahr über. Und dann schaue ich mir nicht nur 7 Stellen an, sondern meine Analyse umfasst etwa 40 Einzelpositionen, damit wir uns wirklich ein Bild über den Podcast machen können.
Das nennt sich AircheckPro – du reichst drei unschädliche Interviews / Podcasts bei mir ein und ich analysiere sie und bespreche das Ergebnis in einem persönlichen Online-Coaching.
Solltest du also mal gemeinsam mir mit zusammen deinen Podcast aufräumen wollen, dann findest du hier weitere Infos zum Aircheck Pro.
https://www.tirok-training.de/interviewhelden-interviewtraining/


🚨 🚨 ZUSAMMENFASSUNG🚨 🚨

Lass uns die Ärmel hochkrempeln und folgende Positionen in deinem Podcast anschauen und noch ein bisschen besser machen

  1. Nutzt du deinen Teaser voll aus: kurz, spannend und gut eingebunden?\
  2. Doppelt sich dein Teaser, dein Opener und deine Begrüßung nicht?\
  3. Ist deine Vorstellung des Gastes auf den Punkt und unterhaltsam?\
  4. Ist deine Einstiegsfrage gut gewählt, kurz und konkret?
  5. Ist die Länge deiner Interviews bewusst gewählt und du hast dir einen inhaltlichen Rahmen gesetzt?\
  6. Kommst am Ende auf den Punkt?
  7. Gibst du alles in deinen Shownotes?

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